Schulorchester

Musik

In den letzten 15 Jahren hat sich Musik zu einem besonderen Schwerpunkt an der Anne-Frank-Schule entwickelt.

Der Grund dazu liegt in den „Grundschulkonzerten“ der Stadt Ratingen, die alle zwei Jahre in großem Rahmen in der Stadthalle aufgeführt werden.
Waren es in den Anfangsjahren kleine, überschaubare Vorführungen mit einer Flötengruppe, einer kleinen Schulchorgruppe oder einer Tanz-AG, so wurden es von Jahr zu Jahr zunehmend Darstellungen, die wie Schulprojekte fast alle Kinder unserer Schule einbezogen.
So führten wir beispielsweise „Cats“ auf, das wir – nachdem wir in Hamburg das Original sahen – als „Musical für Kinder“ umschrieben und umsetzten.

Folge war, dass neben den großen Chören der Klassen 1 / 2 und 3 / 4 diverse Fachschaften und AGs in das Projekt einbezogen wurden und schließlich mehr als 160 Kinder an der Aufführung beteiligt waren.
In ähnlicher Weise erarbeiteten wir folgende Projekte:
„Joseph“, ebenfalls Musical von A. L. Webber, „Das Dschungelbuch“, „Findet Nemo“, wozu in Anlehnung an die Handlung des Films Texte geschrieben und selbst vertont wurden.
„Der Sängerkrieg der Heidehasen“ wurde 2007 aufgeführt.
2009 sangen, tanzten und spielten die Kinder zu dem Stück "Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte". 2011 bereitete das Musical "Der Rockfrosch" den Kindern großen Spaß.
Der große Erfolg dieser Veranstaltungen führte zu 3 wichtigen Nebeneffekten:

  1. Wir haben alle Darbietungen ein zweites Mal im Rahmen des Tages „Kultur und Kirche“ in der evang. Stadtkirche gespielt.
  2. Wir durften bei der Verabschiedung der Pensionäre – eine Veranstaltung des Landrates – uns präsentieren, was uns als Dankeschön eine „Kreisrundfahrt“ für die Akteure mit einem persönlichen Dank beim Landrat einbrachte.
  3. Die Motivation aus den erfolgreichen Veranstaltungen trug dazu bei, die musikalischen Kräfte über die beiden großen Chöre hinaus zu nutzen.

So gründeten wir nach dem Nemoprojekt ein „Schulorchester“, das während des Projektes durch das Einbinden der vorhandenen Instrumentalkinder entstanden war.

Das Schulorchester ist inzwischen eine beliebte und anerkannte Größe geworden und für Grundschule ungewöhnlich. Es erfordert vom Lehrer eine Menge an Sachkenntnissen und Dynamik, da stets für jeden Schüler mit seinem individuellen Leistungsstand und für jedes Instrument mit seiner spezifischen Gegebenheit Noten geschrieben werden müssen.
Ein kleiner Geiger mit erst wenig Erfahrung bekommt andere Noten als sein Nachbar, der schon ein Jahr Unterricht hat. Die kleine Cellistin, die erst gerade mit dem Unterricht begonnen hat, spielt leere Saiten und lässt den Bogen noch bei Seite, während der erfahrene Kontrabassist eine „tonreiche“ Herausforderung braucht. Die Bläser bevorzugen b-Tonarten, die Streicher #-Tonarten. Da muss ein sachkundiger Lehrer hin, der diese und viele weitere Anforderungen erfüllt.
Zur Zeit spielen im Orchester folgende Instrumente: Tenor- und Sopranflöten, Gitarren, Celli, Geigen, Akkordeon, Keyboards, Klavier, Schlagzeug. Die Besetzung ändert sich von Jahr zu Jahr, weil eine Grundschulgeneration kurzlebig ist mit vier Jahren. So ist es wichtig, auch schon sehr kleine Kinder aufzunehmen. Bedingung sind elementare unterrichtliche Erfahrungen. Es gibt eine deutliche Tendenz zu verstärktem Interesse an der Musik und am Erlernen eines Instrumentes. So haben wir jetzt im ersten Halbjahr der Klasse 2 bereits drei siebenjährige Cellisten und vier kleine Geigerinnen. Als wir vor drei Jahren starteten, waren die beiden ersten Grundschuljahre noch sehr spärlich vertreten.
Für die Orchesterkinder hat ihre AG eine große Bedeutung. Die Motivation ist sehr hoch. Die Kinder fühlen sich anerkannt und im Einsatz für ihr Instrument gestärkt.
Der Lernerfolg ist beachtlich. Kinder, die zunächst nur ihre „Stimme abspulen“, lernen, dass man aufeinander hören muss, um zu einem gemeinsamen Klangbild zu kommen. Die Konzentration wird trainiert ebenso wie das Gefühl für Zeit und den richtigen Ton. Und ganz sicher macht das gemeinsame Musizieren viel mehr Spaß als das Üben zu Hause. Die Koordination von Achten auf den Dirigenten und gleichzeitigem Notenlesen, vom richtigen Fingereinsatz beim Spielen, von Rhythmus und Dynamik, von der richtigen Sitzhaltung und dem auf alle abgestimmten Spieltempo ist eine enorme Herausforderung für die Kinder.
„Musikerziehung verbessert Intelligenz, Sozialverhalten und damit die Lernleistung“. Dies hat eine wissenschaftliche Langzeitstudie von Prof. Dr. Hans Günther Bastian nachgewiesen. Für uns als Anne-Frank-Schule ist diese inzwischen überall bekannte Botschaft erfahrbar und damit griffig geworden und veranlasste uns zu einem weiteren Schritt in der Profilbildung „Musik als Schwerpunkt“.

 

JeKi – Projekt

Die Idee

Mit der Initiative ‚Jedem Kind ein Instrument’ (JeKi) wird ein flächendeckender Instrumentalunterricht in den Grundschulen angeboten. Er führt Kinder innerhalb der vier Grundschuljahre vom ersten Kennenlernen der Musikinstrumente bis hin zum gemeinsamen Spiel im ‚Ensemble Kunterbunt’.

Geschichte

Das Projekt ‚Jedem Kind ein Instrument’ begann 2003 in Bochum als Kooperation der städtischen Musikschule, der Zukunftsstiftung Bildung in der GLS Treuhand und der Grundschulen und war zunächst als zweijähriges Projekt und damit lediglich für Kinder des 1. und 2. Schuljahres konzipiert. Im Jahr 2007 beschlossen die Kulturstiftung des Bundes, das Land Nordrhein-Westfalen und die Zukunftsstiftung Bildung, das Bochumer Projekt anlässlich der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 zeitlich und räumlich auszudehnen.

Konzept

Moderne und vielseitige Kinderlieder aus vielen Ländern, Rätsel und Spiele, spannende Klanggeschichten, fantasievolle Illustrationen und binnendifferenziertes Spielniveau sind die tragenden Säulen des JeKi-Gruppenunterrichts. Das aufbauende und umfassende JeKi-Konzept bietet darüber hinaus auch übergreifendes Repertoire für das gemeinsame Spiel in kunterbunten Ensembles.

JeKi an der Anne-Frank-Schule

Seit Jahren arbeitet die Anne-Frank-Schule mit der städtischen Musikschule in vielfacher Weise zusammen. Seit 2005 ist sie auch am Vormittag in den Unterrichtsalltag mit eingebunden. 6 Jahre lang konnten alle jeweiligen Erstklässler dadurch am Musikprojekt ‚MoMo’ (Monheimer Modell) teilnehmen. Die extra angeschafften Geigen, Hörner, Gitarren, Trommeln, Melodikas und diversen anderen Instrumente bildeten einen guten Grundstock, damit jedes Kind die Möglichkeit hat, verschiedene Instrumente auszuprobieren, um sich dann ab dem 2. Schuljahr in Absprache mit den Eltern für „sein“ Instrument zu entscheiden.
Diese Maßnahme wird nun mit dem Schuljahr 2011/12 durch JeKi abgelöst. Die Kinder werden aber nach wie vor, ergänzend zum regulären Musikunterricht, jeden Dienstag von Musikpädagogen der Musikschule in die Welt der Instrumente eingeführt. Neu ist die Arbeit im Klassenverband und die zeitgleiche Unterstützung durch eine Lehrkraft der AFS.
Besonders erfreulich ist es, durch solche Angebote auch die Kinder zu erreichen, die sonst keinen Zugang zu einem Instrument finden könnten. Auch das JeKi-Projekt bleibt für die Eltern kostenfrei.

Abschließend und abrundend zu „Musik als Profilmerkmal“ ist noch anzumerken, dass wir in den Jahren, in denen kein Grundschulkonzert stattfindet, ein „Frühlingskonzert“ durchführen, in dem neben Chor- und Orchesterdarbietungen auch solistische Vorführungen einzelner Kinder einbezogen sind – sowohl instrumental als auch Tanz und Ballett. Unser neuer Flügel, den wir mit Hilfe des Fördervereins und durch Sponsoren finanzierten, war der Grund für die Auftaktveranstaltung im Frühling 2008.